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Roadtrippin: Wildcampen in der Natur Skandinaviens

Ein Van, zwei Menschen und die Richtung: Skandinavien. 3 Wochen Auszeit. Entspannung auf einem Roadtrip mit grenzenloser Freiheit, denn schlafen können wir überall - unser VW-Bus ist uns unterwegs immer ein Zuhause mitten in der Natur. Eine Reise, die mich der Natur noch näher brachte, sie noch mehr lieben und achtsames Reisen lehrte.

Einschlafen am Lagerfeuer, aufwachen zwischen den Bergen Norwegens. Abendliche Ruhe und Wolfsgeheule an Seen von Schweden, morgendliche Spaziergänge an den weiten, weißen Stränden Dänemarks. Das Abenteuer beginnt.

Eine Landschaft atemberaubender als die nächste. Seit meiner Kindheit fahre ich nun schon regelmäßig nach Dänemark. Die Westküste kenne ich so gut wie meine Heimatstadt. Ich erinnere mich daran wie wir Kinder zwischen den Braundünen Blåvands Räuber und Gendarm spielten und daran wie glücklich wir jedes Mal wieder waren, wenn wir ein großes Softeis überzogen mit Schokolade in der Hand hielten und die Dünen an der Nordseeküste bestaunten. Ich schwelge in Erinnerungen, wenn ich daran denke, mit meinen Cousins und Geschwistern die Hügel herauf und wieder hinunter zu laufen und im Wald verstecken zu spielen. Ich sehe meine Großeltern und Eltern abends am Kaminfeuer sitzen, in der Küche kochen, den Weihnachtsbaum schmücken und mir kommt direkt der typisch nach Holz riechende Geruch der Ferienhäuser in den Sinn. So oft, so lange und an so vielen Orten war ich nun schon in Dänemark, doch ich war nie weiter nördlich als Ringkøbing und ahnte daher nicht, was sich noch alles in Skandinavien verbirgt.

Mit dem Van durch Dänemark, Schweden und Norwegen

Dieses Mal sollte es also weiter gehen! Um die Reise perfekt zu machen, überall Zuhause und flexibel sein zu können, reisten wir mit dem VW-Bus, unsere Carla! Es war die erste richtige und längere Reise mit dem Van und wohin sollte sie sonst gehen, wenn nicht durch Dänemark nach Schweden und Norwegen, dort wo man dank des Jedermannsrechts überall campen kann wo es einem beliebt. Der Natur ganz nahe zu sein, die Ruhe an Orten zu genießen, an denen sonst gerade niemand war, minimalistisch zu reisen und zu sich selbst zu finden, während man den ganzen Schnick Schnack Zuhause lassen konnte, war befreiend und für mich ein gedankliches "Klick-Machen": Van-Urlaub, Natur, Stille, Flüsse, Wasserfälle, Fjorde, Strände, Wälder ... genau mein Ding! Ich habe die perfekte Art zu reisen für mich und meine innere Ruhe entdeckt!

Eine Route gab es nicht, nur die Richtung war bekannt. Für uns hieß es also einsteigen und los! Über Kopenhagen ging es an die Küste Schwedens, danach entlang des Vänernsees durch Wälder, See- und Mooslandschaften. Auf dem Weg nach Norwegen passierten wir kilometerlange Brücken, Tunnel und Serpentinen. Es ging hoch und runter, nach rechts, nach links. Unsere Achterbahnfahrt der Gefühle spiegelte sich in den Straßen Norwegens wider. Eines blieb jedoch in allen drei Ländern gleich: das Gefühl von Freiheit, Abenteuerlust, Glück und vollkommender Liebe zur Natur! Einmal quer durch Norwegen, entlang der Küste, der zauberhaften Fjorde und der Berge, die sich allen bilderbuch ähnlichen Landschaften Norwegens durchziehen. Nach knapp 3 Wochen überquerten wir die Nordsee Richtung Dänemark und genossen auch dort die Weite der Strände, die Höhe der Dünen, das Kreischen der Möwen und den Duft des salzigen Wassers.

Natururlaub: Balsam für die Seele

Jahrelang war ich der Reisetyp, der sich gern in das Getümmel der Großstädte mischt und tourilike durch die Straßen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit schlendert. Die letzten Male fiel mir dabei eines auf: die schnell rasende Zeit, der sich das Leben und die Leute in den Großstädten anpassen. Beobachtet man den Trubel aus einer Ecke heraus, so sieht man umherlaufende Menschenmassen, laut hupende Autos, Reisegruppen mit fähnchenhaltendem Reiseführer. Schnell wurde mir klar, dass mir Ruhe, gar pure Stille, Natur und Zeit für mich und meine Liebsten viel mehr gefielen. In einer Welt, in der es immer darum geht, der Erste, Schnellste und Beste zu sein, sehnte ich mich nach Entschleunigung und Zeit. Wir wollten raus in die Natur, Kraft tanken, Entspannung und Zweisamkeit genießen. Ist man der Natur so nahe, dass man sich durchgehend draußen aufhält, im sauberen Fluss badet, draußen kocht und isst, so fällt einem immer wieder erneut auf, welch ein Geschenk die Natur für uns ist. Solch eine Reise regt zum Nachdenken über Menschen, unser Handeln und unsere Umwelt an. Sie zeigt, wie wundervoll unsere Natur ist und wie wichtig es ist, all diese zauberhaften Landschaften für Umwelt, Tier und Mensch zu schützen! Natürlich zieht es auch mich hin und wieder in die Stadt, um Kultur und Architektur zu erleben, doch Ruhe und Glück finde ich zunehmend in der Natur! Dort kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen, ohne mich abzulenken. Sie erdet mich und macht mir schlichtweg bewusst, wie minimalistisch wir eigentlich leben könnten und was wirklich im Leben zählt. All der Alltagsstress fiel herab und zerpuffte im Wind zwischen den Bergen. Eine Reise in die Natur - eine Reise zu Gelassenheit und Freiheit für dich und deine Gedanken.

Neben all der Ruhe und Zufriedenheit, die uns eingeholt hatte, fiel mir immer wieder auf wie schön es ist, nicht nur in, sondern auch mit der Natur zu leben. Wir hielten uns draußen auf, genossen die Geräusche, die uns umgaben, erholten uns aber auch -oder vor allem- in der Stille. Glücksgefühle kamen immer und immer wieder erneut auf. Sei es am Schlafplatz im Wald, an dem man gleichzeitig das Rauschen der Wellen vom Strand einige hundert Meter entfernt hörte und den Geruch von Tannen und Fichten wahrnahm oder in den Bergen, in denen man morgens die Tür des Busses öffnete und ein atemberaubendes Lichterspiel beobachten konnte. Alles erschien viel intensiver und schöner. Wir genossen die Sonnenauf- und -untergänge, die frische Luft und sogar den Regen. Die pure Freude, die einem widerfährt, wenn man einen halbwegs warmen Fluss oder Wasserfall zum Waschen fand, wenn man bei 8Grad Celsius lieber draußen in den warmen Sonnenstrahlen frühstückt, statt sich drinnen zu verschanzen, wenn man den Gipfel eines Berges erreicht hat und die Aussicht genießen konnte, wenn man Pilze oder Himbeeren in der Natur fand und sie frisch gepflückt verspeiste... unbeschreiblich! Es gibt so viele Dinge, die ich nicht im Geringsten vermisst habe und dennoch fühlte ich mich erholter denn je! Vielleicht waren es gerade die Leichtigkeit, die Flexibilität, Sorglosigkeit und die Schlichtheit, die mir Glück und Kraft spendeten. Ich mochte die Natur, nun liebe ich sie und kann kaum genug von ihr bekommen! 

Eine derartige Tour in einem Beitrag zusammenzufassen, ist schier unmöglich. Wir haben so viel erlebt und gesehen und dank der lieben Nachrichten, die mich zwischendurch erreicht haben, berichte ich natürlich gerne in weiteren Beiträgen detailliert über die Länder, das Camping in der Wildnis, den Ausbau des VW-Busses und vor allem verrate ich dir all unsere Traumplätze mitten in der Natur! Doch erst einmal möchte ich die Freude und die Faszination "Wildcampen und Roadtrippin" mit dir teilen! Ich möchte nur jedem dazu raten genau solch eine Reise mindestens einmal gemacht zu haben. Ich habe nicht nur einiges über die Länder und deren Landschaften gelernt, nein auch noch viel mehr über die Natur, über mich und über den Zustand, minimalistisch unterwegs zu sein. Ich habe die perfekte Art zu reisen für mich selbst entdeckt.

Für uns steht eines fest: nächstes Jahr geht es mit Carla ans Nordkap. Rentiere beobachten, Gletscher bestaunen und Berge bewandern. Den Kopf frei bekommen und einfach wieder tief durchatmen können, die Natur und die Freiheit genießen.

Skandinavien, du hast uns verzaubert! Carla, du bist unser Zuhause mitten in der Natur! Roadtrippin und Wildcampen, probier' es aus und du wirst es lieben! Um dich weiterhin in den Bann zu ziehen, erzähle ich dir im nächsten Beitrag gerne mehr über den Roadtrip. Bis dahin hab eine zauberhafte Woche und genieß die warmen Sonnenstrahlen. Deine Laura

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