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Erntedank - Es wird Zeit, der Natur nachhaltig zu danken!

Das Wetter wird rauer, die Tage kürzer. Die Blätter wechseln ihre Farben von Grün zu Orange, Geld, Rot und Braun. Drinnen werden die ersten Kerzen gezündet, nach dem Sommer werden wieder warme und deftige Speisen gereicht. Gemütlichkeit kommt auf. Oktober - Zeit für das jährliche Erntedankfest. Doch was bedeutet Erntedank eigentlich und woher stammt diese weltberühmte Tradition?

7. Oktober 2018. Es ist wieder Zeit für das Erntedankfest. Nachdem ich letztes Jahr zu spät war, um diesen Artikel zu veröffentlichen, möchte ich dieses Jahr unbedingt auf diese schöne alte Tradition, ihre Bedeutung, ihren Ursprung und ihren Wert für uns aufmerksam machen. Jeder geht inzwischen voller Selbstverständlichkeit in den Supermarkt und findet unzählige Lebensmittel, frisches Obst und Gemüse vor. Kaum einer macht sich Gedanken darüber woher diese Lebensmittel kommen und noch weniger Menschen sind in dem Moment des Kaufs dankbar für all die Vielfalt, die uns geboten wird. Tatsächlich ist das Erntedankfest ein Tag, an dem darauf aufmerksam gemacht werden soll, Lebensmittel nicht für selbstverständlich zu nehmen. Wir feiern dieses Fest, um unsere Dankbarkeit über die wertvolle Ernte auszudrücken.

Während die meisten Feierlichkeiten an diesem Tag in den Kirchen und Gemeinden stattfinden, ist Erntedank tatsächlich bereits vor der Gründung des Christentums gefeiert worden. Sie ist eine der ältesten Traditionen, welche von den Menschen weltweit in verschiedenen Klimazonen und Kulturen zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr gefeiert wird. Bereits die alten Römer zelebrierten im 3. Jahrhundert die Ernten jedes Jahres mit Feierlichkeiten voller saisonaler Speisen, dekorativer Erntekörben und verschiedenen Opfergaben. Auch in Griechenland, Israel und in Nordeuropa wurde Erntedank schon vor vielen Jahrhunderten belegt. So dankte man schon damals in Griechenland der Götting Demeter, der Götting der Fruchtbarkeit und des Getreides. Im Judentum wird das Fest sogar gleich zwei Mal im Jahr gefeiert. Schawuot, das Wochenfest, im Frühjahr und nach Beginn der Ernte und Sukkot, das Laubhüttenfest, im Herbst nach der Lese. In Deutschland wurde 1972 nach langer Überlegung der erste Sonntag im Oktober der Tag, der an die Abhängigkeit zwischen Mensch und Natur erinnert. Gottesdienste werden neben Gesang mit Speisen begleitet, die letztlich Bedürftigen gespendet werden. In den Bergen wird der Almabtrieb eingeläutet und die Saison feierlich mit Gesang, Tanz und läutenden Glocken beendet. Obwohl also die Kirche das Fest offiziell datierte und an jenem Tag zelebriert, rührt es keinem religiösen Ursprung. Es wird dort gefeiert, wo man die Ernte und die Natur schätzt. Dort, wo man darauf aufmerksam machen möchte, dass wir der Natur dankbar sein sollten und dass es in ihrer Macht liegt, wie großzügig unsere Ernten ausfallen.

Und so möchte auch ich auf diesen wunderbaren Tag aufmerksam machen. Schon vor langer Zeit hatte ich mir immer ausgemalt, später einmal, wenn ich eine eigene kleine Familie habe, an jenem Tag ein Fest auszurichten wie es in den USA für viele Familien zum Jahr dazu gehört. Ich habe nie verstanden, wieso Erntedank nicht auch hierzulande derart gefeiert wird. Das Beisammensein, das gemeinsame Speisen und vor allem der Dank über die Vielfalt an frischen, gesunden und leckeren Lebensmitteln sollen in meiner Familie erneut zu einer Tradition werden. Am ersten Sonntag jeden Oktobers sollten wir uns selbst bewusst daran erinnern, wie wichtig die Natur für uns und ihrer selbst ist. Wir sollten dankbar sein und sie schützen, damit auch in Zukunft unsere Kinder, Enkelkinder und wiederum deren Kinder ein solches Fest feiern können. Wir sollten auf unsere Umwelt achtgeben und mit denen teilen, die weniger Glück haben als wir. Lebensmittel sind nicht für jedermann selbstverständlich, genauso wie die Natur und all ihre natürlichen Ressourcen nicht endlich sein werden. Vielleicht führt auch ihr diese Tradition wieder in den Familienkalender ein und feiert einen Tag zusammen mit den Liebsten, esst gemeinsam und zelebriert das wundervolle Leben. Lasst uns dankbar sein, der Natur unsere Aufmerksamkeit schenken und uns an diesem Tag bewusst werden, jeden weiteren Tag im Jahr etwas an die Natur und ihre Lebenwesen zurückzugeben.

Danke zauberhafte und bildhübsche Natur!

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